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Früherkennungsuntersuchungen

Untersuchungen zur Früherkennung (U-Untersuchungen) spielen eine wichtige Rolle für die gesunde Entwicklung von Kindern. Das staatliche Früherkennungsprogramm gewährt jedem Kind von der Geburt bis zum Schulalter einen gesetzlichen Anspruch auf 10 kostenlose Früherkennungsuntersuchungen. Während der Früherkennung untersucht der Arzt den Gesundheits- und Entwicklungsstand des Kindes und berät ggf. zu Möglichkeiten der Entwicklungsförderung, Unfallverhütung, Ernährung oder zu anderen wichtigen Themen der kindlichen Gesundheit.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert seit vielen Jahren über das Angebot der Früherkennung und weist auf deren Bedeutung für eine gesunde Entwicklung hin (z.B. unter: www.kindergesundheit-info.de).

Insgesamt sind Früherkennungsuntersuchungen in Deutschland ein bekanntes und akzeptiertes Angebot. Die Teilnahmequote liegt bis zur U7 (zwischen dem 21. und 24. Lebensmonat) bei über 90%, sinkt aber bei den Folgeuntersuchungen ab (Thaiss u.a. 2010). Die U9 vor der Einschulung nehmen nur zwei Drittel der Eltern wahr.

In einigen Bevölkerungsgruppen (z.B. Familien mit Migrationshintergrund, niedrigem Sozialstatus) ist die Bereitschaft zur Teilnahme am Früherkennungsangebot deutlich niedriger als oben dargestellt. Deshalb haben einige Bundesländer im Rahmen des Kinderschutzes Verfahren etabliert, die die Inanspruchnahme von Früherkennungsuntersuchungen erhöhen sollen. Hierzu gehören die Einführung von Meldepflichten der Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen bzw. ein verpflichtendes Einladungswesen (eine Übersicht zu den unterschiedlichen Regelungen auf Landesebene bietet Thaiss ua. 2010).

Eine regelmäßige bundesweite Erhebung und Veröffentlichung der Teilnahmequoten im Rahmen der Gesundheitsstatistik erfolgt derzeit nicht. Eine Evaluation des zentralen Einladungs- und Rückmeldewesens ist z.T. auf Ebene der Länder vorhanden (siehe z.B. in Brandenburg und Niedersachsen).

Sobald diesbezüglich eine Verbesserung der Datenlage auf Bundesebene eintritt, soll die Teilnahmequote an Früherkennungsuntersuchungen an dieser Stelle als Indikator für den Outcome von Prävention aufgenommen werden.

Literatur

  1. Thaiss, G./Klein, R./Schumann, E.C./Ellsäßer, G./Breitkopf, H./Reinicke, H./Zimmermann, E. (2010): Früherkennungsuntersuchungen als Instrument im Kinderschutz. Erste Erfahrungen der Länder bei der Implementation appellativer Verfahren. In: Bundesgesundheitsblatt, 53/2010, S. 1029-1047.