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Daten zum gesunden und sicheren Aufwachsen von Kindern

Die Internetseite „Daten zum gesunden und sicheren Aufwachsen von Kindern“ stellt aus unterschiedlichen amtlichen Statistiken Grundauswertungen und Analysen zu Lebenslagen und Gesundheit junger Kinder sowie zu staatlichen Unterstützungsangeboten für deren Familien, aber auch zum Umfang von Gewalt und erfolgten Schutzmaßnahmen zusammen. Dabei werden nur solche Quellen berücksichtigt, die regelmäßig, flächendeckend und über die jeweilige ganze Grundgesamtheit Daten erheben.

Die Erstellung der Seite erfolgt im Rahmen eines Projektes zur Entwicklung eines Indikatorenmodells Frühe Hilfen. Das Projekt wird vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) aus Mitteln der Bundesinitiative Frühe Hilfen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. Es ist geplant, die hier veröffentlichten Daten sukzessive zu erweitern und diese zu einem Indikatorenset für ein regelmäßiges Monitoring der Frühen Hilfen weiterzuentwickeln.

Zahl der Kleinkinder steigt

Knapp 3 Millionen Kinder unter 4 Jahren leben 2015 in Deutschland

Die Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Grundlage des Zensus 2011 zählte zum Jahresende 2015 insgesamt 2.914.164 Kinder zwischen 0 und einschließlich 3 Jahren. Damit ist die Zahl der Kinder in dieser Altersgruppe seit 2012 um 8% angestiegen.

Erziehungsberatung erreicht viele Familien

Rund 2% der Eltern nehmen Erziehungsberatung in Anspruch

Die Beratung von Kindern, Jugendlichen und Eltern bei individuellen oder familienbezogenen Problemen wird überwiegend von Erziehungs- und  Familienberatungsstellen erbracht.

2015 lag die Fallzahl bei den Erziehungsberatungen bei 447.360. In 53.556 Fällen bezog sich die Beratung dabei auf Kinder unter 4 Jahren. Dies entspricht einer bevölkerungsbezogenen Inanspruchnahme von 243 pro 10.000 in dieser Altersgruppe

Vernachlässigung ist häufigste Gefährdungsform

In über 70% der Gefährdungslagen von unter 3-jährigen Kindern, die 2015 in Jugendämtern bekannt wurden, spielten Formen der Vernachlässigung eine Rolle. Vernachlässigungen stellen somit die mit deutlichem Abstand häufigste Gefährdungsform für junge Kinder dar, die sich u.a. durch einen Mangel an Zuwendung, Anregung und Versorgung auszeichnet.

Die zweithäufigste Gefährdungsform in dieser Altersgruppe sind psychische Misshandlungen in rund einem Fünftel der vom Jugendamt geprüften Fälle, gefolgt von körperlichen Misshandlungen in 16% und sexuelle Gewalt in 1% der Fälle.

Frühe Hilfen

"Frühe Hilfen sind ein neues, die bestehenden Sozialleistungssysteme ergänzendes und verbindendes Versorgungselement für werdende Eltern sowie Familien mit Säuglingen und Kleinkindern in Deutschland." (Bundesinitiative Frühe Hilfen, Bericht 2016, S. 5).

Frühe Hilfen erfordern die Zusammenarbeit und Vernetzung unterschiedlicher Akteure aus Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheitswesen, Schwangerschaftsberatung, Frühförderung und der flankierenden materiellen Unterstützung im Rahmen der Grundsicherung.

Frühe Hilfen haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Mit dem Inkrafttreten des Bundeskinderschutzgesetzes wurden sie 2012 auch gesetzlich verankert.  Die Bundesinitiative Frühe Hilfen unterstützt mit aktuell insgesamt 51 Millionen Euro jährlich Bundesländer, Städte, Landkreise und Gemeinden bei ihrem Engagement für die Frühen Hilfen.